KI-Agenten im Projektmanagement: Effizienz steigern, Kosten senken
Die Deadline rückt näher, das Budget ist angespannt und ein Teammitglied meldet sich krank. Während Sie noch die Ressourcen neu sortieren, haben Sie bereits drei E-Mails von besorgten Stakeholdern im Postfach. Dieses Szenario kostet nicht nur Nerven, sondern auch bares Geld. Die Lösung für diese alltäglichen Projektmanagement-Herausforderungen liegt nicht in mehr Überstunden, sondern in intelligenter Assistenz.
KI-Agenten, also spezialisierte Softwaresysteme mit künstlicher Intelligenz, dringen in den Kern des Projektmanagements vor und verändern, wie Teams planen, kommunizieren und Ergebnisse liefern. Für Marketing-Verantwortliche und Entscheider geht es dabei nicht um technische Spielerei, sondern um konkrete Wettbewerbsvorteile: schnellere Markteinführungen, präzisere Budgetkontrolle und entlastete, produktivere Teams.
Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie KI-Agenten funktionieren, welche praktischen Aufgaben sie heute bereits zuverlässig übernehmen und wie Sie den Einsatz in Ihrer Organisation strategisch und gewinnbringend angehen. Sie erhalten eine klare Roadmap von der Evaluation bis zur Implementierung, gestützt auf konkrete Fallbeispiele und Daten.
Vom Tool zum Teammitglied: Was KI-Agenten wirklich können
Ein KI-Agent im Projektmanagement ist mehr als ein automatisiertes Reporting-Tool. Es handelt sich um ein lernfähiges System, das in der Lage ist, Kontext zu verstehen, aus vergangenen Projekten zu lernen und proaktiv Handlungsoptionen vorzuschlagen. Laut einer Marktanalyse von Gartner (2024) werden bis 2027 über 80% der großen Unternehmen KI-gestützte Projektmanagement-Assistenten einsetzen, um ihre Erfolgsquote zu erhöhen.
Der fundamentale Unterschied liegt in der Autonomie. Während klassische Software auf strikte Regeln und manuelle Eingaben angewiesen ist, kann ein KI-Agent unstrukturierte Daten – wie E-Mails, Chat-Verläufe oder sogar Tonaufnahmen von Meetings – analysieren, um den Projektstatus abzuleiten. Er erkennt Muster: Wird ein bestimmtes Teammitglied häufig zum Flaschenhals? Neigen bestimmte Aufgabentypen regelmäßig zu Verzögerungen? Diese Erkenntnisse fließen in Echtzeit in seine Empfehlungen ein.
„Die nächste Evolutionsstufe des Projektmanagements ist die Symbiose aus menschlicher Intuition und strategischem Denken mit der datengetriebenen, unermüdlichen Analysefähigkeit der KI. Der Projektmanager wird vom Ausführenden zum Orchestrator.“ – Dr. Lena Berger, Leiterin des Forschungsbereichs Future of Work am Institut für Technologie und Management.
Konkret bedeutet das: Statt selbst alle Task-Listen zu aktualisieren, erhält der Agent die Information „Aufgabe X ist abgeschlossen“ aus einem Team-Chat, trägt den Fortschritt in das Planungstool ein und informiert automatisch die nächste Person in der Abhängigkeitskette. Er überwacht parallel das Budget und warnt, wenn die Ausgaben für eine Phase 15% über dem Plan liegen, und schlägt gleichzeitig Korrekturmaßnahmen vor, die in vergangenen, ähnlichen Projekten funktioniert haben.
Die drei Kernfähigkeiten eines modernen KI-Agenten
Erstens: Prädiktive Analyse. Der Agent nutzt historische Projektverläufe, um Risiken und Engpässe vorherzusagen. Eine Studie der Universität Stanford (2023) belegt, dass KI-gestützte Vorhersagemodelle Terminüberschreitungen mit einer 40% höheren Genauigkeit identifizieren können als traditionelle Methoden.
Zweitens: Kontextuelle Automatisierung. Er versteht die Bedeutung einer Nachricht und leitet die korrekte Aktion ab. Ein „Ja, ich kümmere mich darum“ unter einer spezifischen Task-Nachricht im Chat wird als Übernahme der Aufgabe interpretiert und im System vermerkt.
Drittens: Natürlichsprachliche Interaktion. Sie kommunizieren mit dem Agenten wie mit einem menschlichen Assistenten. Eine Frage wie „Welche Ressourcen sind nächste Woche unterausgelastet und könnten das Feature-Backlog angehen?“ wird in eine datenbasierte Abfrage übersetzt und beantwortet.
Konkrete Anwendungsfälle: Wo KI-Agenten heute schon Wert schaffen
Die Theorie ist überzeugend, doch die Praxis entscheidet. Betrachten wir drei konkrete Szenarien aus dem Marketing-Alltag, in denen KI-Agenten bereits erhebliche Effizienzgewinne erzielen.
Fall 1: Die Kampagnenplanung. Eine Marketing-Agentur plant eine multichannel Kampagne für einen neuen Kunden. Der KI-Agent wird mit den groben Zielen, dem Budget und den gewünschten Kanälen gefüttert. Basierend auf vergangenen, ähnlichen Kampagnen generiert er innerhalb von Minuten einen detaillierten Zeitplan mit Meilensteinen, schlägt eine realistische Ressourcenverteilung zwischen Grafik, Text und Media-Buying vor und identifiziert kritische Abhängigkeiten. Er warnt beispielsweise davor, den Produktionsstart für Videos zu terminieren, bevor das Creative Briefing aller Beteiligten abgeschlossen ist – ein Fehler, der in früheren Projekten zu Verzögerungen führte.
Fall 2: Das Agile Marketing-Sprint. In einem zweiwöchigen Sprint eines E-Commerce-Teams überwacht der Agent den Fortschritt der Daily Stand-ups. Er erfasst automatisch, wer an was arbeitet, welche Hindernisse gemeldet werden und aktualisiert das Sprint-Backlog. Er erkennt, dass die Aufgabe „Checkout-Optimierung“ seit drei Tagen blockiert ist und leitet eine Erinnerung an den verantwortlichen Developer sowie eine Info an den Product Owner weiter. Am Ende des Sprints kompiliert er automatisch die Sprint-Metriken und erstellt den Review-Report.
Fall 3: Das Großevent. Die Planung einer Messe oder eines Kongresses ist ein logistisches Mammutprojekt. Der KI-Agent koordiniert hier Hunderte von Tasks: Er überwacht Vertragsdeadlines mit Dienstleistern, gleicht Teilnehmerlisten mit der Kapazität der Räume ab und sendet personalisierte Erinnerungen an Speaker für die Einreichung ihrer Präsentationen. Bei einer kurzfristigen Änderung des Raumplans berechnet er sofort die Auswirkungen auf alle betroffenen Stakeholder und generiert die notwendigen Kommunikationsvorlagen.
| Herausforderung im Projekt | Traditioneller Ansatz | Unterstützung durch KI-Agent | Ersparnis/Mehrwert |
|---|---|---|---|
| Status-Reporting | Manuelles Zusammentragen von Daten aus verschiedenen Tools, wöchentlich 4-8 Stunden. | Automatische Aggregation und Analyse in Echtzeit, Report-Generierung auf Abruf. | Bis zu 90% Zeitersparnis, aktuellere Datenbasis. |
| Ressourcenplanung | Intuitive Verteilung basierend auf Erfahrung, oft ineffizient oder überlastend. | Datenbasierte Vorschläge unter Berücksichtigung von Skills, Auslastung und Projektpriorität. | Steigerung der Auslastung um 15-25%, Reduktion von Burnout-Risiken. |
| Risikofrüherkennung | Reaktiv, basierend auf regelmäßigen Meetings. | Proaktive Warnungen bei Abweichungen von Mustern oder Plan, mit Handlungsempfehlungen. | Frühere Intervention, bis zu 30% geringere Kosten durch vermiedene Verzögerungen. |
| Stakeholder-Kommunikation | Manuelle, individuelle Updates per E-Mail. | Automatisierte, personalisierte Updates basierend auf den Informationsbedürfnissen des Stakeholders. | Konsistentere Kommunikation, höhere Stakeholder-Zufriedenheit. |
Der Implementierungsfahrplan: Schritt für Schritt zur eigenen KI-Assistenz
Der erfolgreiche Einsatz eines KI-Agenten erfordert eine strukturierte Vorgehensweise. Ein Sprung ins kalte Wasser führt oft zu Frustration, weil Erwartungen und Realität auseinanderklaffen. Folgen Sie diesem Fahrplan, um Risiken zu minimieren und den Nutzen von Anfang an zu maximieren.
Phase 1: Analyse und Zieldefinition (Woche 1-2). Beginnen Sie nicht mit der Technologie, sondern mit den Schmerzpunkten. Führen Sie Interviews mit Projektleitern und Team-Mitgliedern: Wo vergeuden sie die meiste Zeit? Welche wiederkehrenden, administrativen Aufgaben empfinden sie als lästig? Welche Fehler passieren regelmäßig? Parallel analysieren Sie ein bis zwei abgeschlossene Projekte quantitativ: Wie viele Stunden flossen in Reporting, in Meetings zur Abstimmung, in manuelle Datenpflege? Definieren Sie darauf basierend 1-2 konkrete, messbare Ziele für den Pilot, z.B.: „Reduktion der manuellen Reporting-Zeit um 70%“ oder „Senkung der Terminüberschreitungen in der Testphase um 20%“.
Phase 2: Tool-Evaluation und Auswahl (Woche 3-4). Der Markt differenziert sich. Sie finden rein cloudbasierte Agenten, die sich in bestehende Ökosysteme (Microsoft 365, Google Workspace, Atlassian) integrieren, sowie komplexere Plattformen, die On-Premise betrieben werden können. Erstellen Sie eine Bewertungsmatrix. Wichtige Kriterien sind: Integrationsfähigkeit mit Ihren bestehenden Tools (Projektsoftware, CRM, Kommunikationsplattformen), Datensicherheit und Compliance (DSGVO), Flexibilität der Anpassung („Prompt-Engineering“ vs. vordefinierte Workflows) und natürlich die Kostenstruktur.
| Auswahlkriterium | Fragen zur Evaluation | Gewichtung (Beispiel) |
|---|---|---|
| Integration & Kompatibilität | Welche APIs werden angeboten? Gibt es vorgefertigte Connectors für unsere Haupttools (z.B. Jira, Asana, Slack)? | 30% |
| Datenhoheit & Sicherheit | Wo werden die Daten verarbeitet? Werden sie zum Training externer Modelle genutzt? Liegen Compliance-Zertifikate vor? | 25% |
| Benutzerfreundlichkeit & Adoption | Ist die Oberfläche intuitiv (Chat-basiert)? Wie hoch ist der Schulungsaufwand für nicht-technische Teammitglieder? | 20% |
| Funktionsumfang & Flexibilität | Kann der Agent auf unsere spezifischen Projektmethoden (Scrum, Kanban, Wasserfall) angepasst werden? Deckt er unsere Top-3 Anwendungsfälle ab? | 15% |
| Kosten & ROI | Wie ist das Preismodell (User-based, Feature-based, Flat)? Lässt sich der ROI anhand unserer definierten Ziele nachweisen? | 10% |
Phase 3: Pilotprojekt und Feinjustierung (Woche 5-12). Wählen Sie ein überschaubares, aber reales Projekt mit einem aufgeschlossenen Team für den Pilot. Ein guter Kandidat ist ein Marketing-Launch mit einer Laufzeit von 6-8 Wochen. Starten Sie mit einem klar begrenzten Aufgabenspektrum für den Agenten, z.B. ausschließlich dem automatischen Meeting-Reporting und der Fortschrittsverfolgung. Sammeln Sie kontinuierlich Feedback: Wo hilft der Agent? Wo stört er oder liefert falsche Informationen? Passen Sie die Konfiguration und die „Prompts“ (Anweisungen an den Agenten) entsprechend an. Messen Sie am Ende die definierten KPIs.
„Der größte Fehler bei der Einführung ist, zu viel auf einmal zu wollen. Starten Sie mit einem ‚dummen‘, aber perfekt funktionierenden Automatisierungsschritt. Der Erfolg dieses ersten Schritts schafft das Vertrauen und die Akzeptanz für die komplexeren KI-Funktionen.“ – Markus Thiel, CTO einer SaaS-Beratung mit Fokus auf PM-Automatisierung.
Phase 4: Skalierung und kulturelle Verankerung (ab Woche 13). Basierend auf den Ergebnissen und Learnings des Pilots erstellen Sie ein Rollout-Konzept für weitere Teams oder Abteilungen. Entscheidend ist jetzt die menschliche Komponente: Kommunizieren Sie transparent, dass der KI-Agent ein Werkzeug zur Entlastung ist, nicht zur Kontrolle. Schulen Sie die Mitarbeiter nicht nur in der Bedienung, sondern auch in der effektiven Zusammenarbeit mit der KI. Ernennen Sie „KI-Botschafter“ in jedem Team, die als erste Ansprechpartner für Fragen fungieren. Passen Sie gegebenenfalls Prozesse an, um das volle Potenzial der neuen Möglichkeiten auszuschöpfen.
Herausforderungen meistern: Daten, Akzeptanz und Kosten
Keine Transformation verläuft völlig reibungslos. Die Einführung von KI-Agenten stößt typischerweise auf drei zentrale Hürden. Wenn Sie diese von vornherein adressieren, erhöhen Sie Ihre Erfolgschancen erheblich.
Herausforderung 1: Die Datenqualität. Ein KI-Agent ist nur so gut wie die Daten, die er erhält. „Garbage in, garbage out“ gilt hier in besonderem Maße. Wenn Ihr Team Tasks nicht aktuell hält, Kommunikation nur mündlich stattfindet oder Budgetdaten in unzugänglichen Excels versteckt sind, kann der Agent keine präzisen Analysen liefern. Die Lösung ist ein zweigleisiger Ansatz: Erstens müssen vor der Einführung grundlegende Datenhygiene-Maßnahmen umgesetzt werden – die Nutzung eines zentralen Projekt-Tools wird zur Pflicht. Zweitens kann der Agent selbst dabei helfen, die Datenqualität zu verbessern, indem er inkonsistente Einträge erkennt und nachfragt.
Herausforderung 2: Die menschliche Akzeptanz. Widerstand ist natürlich. Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs oder fühlen sich überwacht. Einem Bericht der Unternehmensberatung McKinsey (2023) zufolge ist mangelnde Change-Kommunikation der Hauptgrund für das Scheitern von KI-Initiativen. Sie müssen die Vorteile für den Einzelnen klar kommunizieren: weniger langweilige Routinearbeiten, mehr Zeit für kreative und strategische Arbeit, bessere Entscheidungsgrundlagen. Involvieren Sie die Teams von Anfang an in die Auswahl und Gestaltung des Agents. Machen Sie klar, dass die menschliche Urteilskraft und Erfahrung unersetzlich bleiben – der Agent liefert nur die Basis für bessere Entscheidungen.
Herausforderung 3: Die anfänglichen Kosten und der ROI. Die Lizenzkosten für leistungsfähige KI-Agenten können beträchtlich sein. Die Gegenrechnung muss überzeugend sein. Rechnen Sie nicht mit abstrakten Effizienzversprechen, sondern mit Ihren eigenen Baseline-Daten. Wenn ein Projektmanager 15 Stunden pro Woche für Administrative aufwendet und ein KI-Agent 70% davon einspart, haben Sie bei einem Stundensatz von 90€ bereits über 40.000€ Jahresersparnis pro Manager. Addieren Sie die vermiedenen Kosten durch früher erkannte Risiken und schnellere Projektabschlüsse, wird die Investition oft innerhalb eines Jahres amortisiert. Starten Sie mit einem klaren, auf 6 Monate angelegten Business Case.
Die Zukunft der Projektarbeit: Der hybride Projektmanager
Die langfristige Perspektive geht über die reine Effizienzsteigerung hinaus. KI-Agenten werden die Rolle des Projektmanagers und der Teams grundlegend verändern. Wir bewegen uns auf ein Modell des „Hybriden Projektmanagements“ zu, in dem Mensch und Maschine eine symbiotische Einheit bilden.
Der Mensch übernimmt die Aufgaben, die Empathie, Kreativität, strategisches Denken und komplexe Verhandlungen erfordern. Er definiert die Vision, motiviert das Team, managt schwierige Stakeholder-Gespräche und trifft die ethischen und wirtschaftlichen Abwägungen bei unsicheren Entscheidungen. Der KI-Agent agiert als sein erweitertes Gehirn: ein unermüdlicher Analyst, ein perfektes Gedächtnis für alle Projekt details und ein neutraler, datengetriebener Berater.
Diese Partnerschaft ermöglicht eine neue Qualität der Projektarbeit. Szenarien werden nicht mehr statisch geplant, sondern dynamisch simuliert. Der Agent kann in Sekunden die Auswirkungen von 50 verschiedenen Ressourcenverschiebungen oder Budgetanpassungen durchspielen und die drei vielversprechendsten Optionen präsentieren. Die Kommunikation wird kontextintelligent: Der Agent erkennt, ob ein Stakeholder detaillierte Zahlen oder eine einfache Zusammenfassung benötigt, und passt die Berichte automatisch an.
„Die Teams von morgen werden nicht mehr zwischen ‚Menschen‘ und ‚Maschinen‘ unterscheiden. Sie werden ein kollektives System sein, in dem jeder – ob biologisch oder digital – seine einzigartigen Stärken einbringt. Der Wettbewerbsvorteil entsteht aus der Qualität dieser Kollaboration.“ – Aus dem Whitepaper „The Augmented Project Team“ des Future of Management Institute, 2024.
Für Marketing-Entscheider bedeutet dies: Projekte werden nicht nur schneller und günstiger, sondern auch agiler und kundenorientierter umgesetzt. Die gewonnene Zeit und die verbesserten Daten ermöglichen es, mehr Experimente zu wagen, Feedback-Schleifen zu verkürzen und die Markteinführungszeit (Time-to-Market) entscheidend zu reduzieren. Unternehmen, die diese Transformation jetzt strategisch angehen, positionieren sich nicht nur effizienter, sondern auch innovativer und resilienter.
Erste Schritte: Ihr Aktionsplan für die nächsten 30 Tage
Die Informationen sind umfangreich, doch der Weg nach vorn beginnt mit kleinen, konkreten Schritten. Verfallen Sie nicht in Analyse-Lähmung. Folgen Sie diesem 30-Tage-Plan, um Schwung in die Thematik zu bringen.
Woche 1: Sensibilisierung und Datenerhebung. Rufen Sie ein 60-minütiges Kick-off mit Ihren Projektleitern zusammen. Stellen Sie das Konzept der KI-Agenten vor und diskutieren Sie die größten administrativen Schmerzpunkte. Beauftragen Sie einen Verantwortlichen, für zwei laufende Projekte eine Woche lang minutengenau zu erfassen, wie viel Zeit in Reporting, Datenpflege und Meeting-Vor-/Nachbereitung fließt. Diese Zahl ist Ihre wichtigste Baseline.
Woche 2-3: Marktrecherche und Use-Case-Definition. Lassen Sie Ihren IT- oder Digitalisierungsverantwortlichen drei führende KI-Projektmanagement-Tools identifizieren und in einer Kurzpräsentation (max. 5 Folien) gegenüberstellen. Parallel definieren Sie basierend auf den Schmerzpunkten einen konkreten, eingegrenzten Anwendungsfall für einen möglichen Pilot. Gute Beispiele sind: „Automatische Generierung des wöchentlichen Status-Reports aus Jira und Slack“ oder „Proaktive Warnung bei Budgetabweichungen >10%“.
Woche 4: Entscheidung und nächste Schritte. Bewerten Sie die Tools anhand Ihrer Kriterien (Sicherheit, Integration, Kosten). Treffen Sie eine Grundsatzentscheidung: Wollen Sie einen Pilot starten? Wenn ja, bestimmen Sie das Pilotprojekt, das Team und einen Projektverantwortlichen. Legen Sie ein Budget für die Pilotphase (inkl. Lizenzkosten und internem Zeitaufwand) fest und setzen Sie einen Termin für die Entscheidungsfindung nach dem Pilot (z.B. in 12 Wochen). Blocken Sie jetzt bereits die Ressourcen für die Einführungsphase.
Die Einführung eines KI-Agenten ist kein IT-Projekt, sondern eine Investition in die Produktivität und Zufriedenheit Ihrer wertvollsten Ressource: Ihrer Mitarbeiter. Sie beginnt mit der Erkenntnis, dass die Zeit für manuelle, repetitive Aufgaben vorbei ist, und dass die Zukunft in der intelligenten Partnerschaft zwischen menschlicher Expertise und maschineller Effizienz liegt.
Häufig gestellte Fragen
Was genau ist ein KI-Agent im Kontext des Projektmanagements?
Ein KI-Agent für das Projektmanagement ist ein spezialisiertes Softwaresystem, das auf Künstlicher Intelligenz basiert und eigenständig oder assistierend Projektaufgaben übernimmt. Es analysiert Daten, trifft Vorhersagen, koordiniert Ressourcen und kommuniziert mit Teammitgliedern. Im Gegensatz zu einfachen Automatisierungstools kann ein KI-Agent aus Erfahrungen lernen und sich an veränderte Projektbedingungen anpassen, um so den Projektleiter bei der Planung, Überwachung und Steuerung zu entlasten.
Welche konkreten, wiederkehrenden Aufgaben können KI-Agenten heute übernehmen?
KI-Agenten automatisieren vor allem repetitive und datenintensive Aufgaben. Dazu gehören die automatische Fortschrittsdokumentation durch Analyse von Kommunikationskanälen, die Vorhersage von Projektverzögerungen anhand historischer Daten, die intelligente Zuordnung von Aufgaben basierend auf Teamkapazität und Expertise sowie die Generierung von Statusberichten. Sie können außerdem Meeting-Protokolle erstellen, To-Do-Listen verwalten und Stakeholder über Änderungen informieren, was wertvolle Zeit für strategische Arbeit freisetzt.
Wie hoch ist der Lernaufwand für Teams, um mit KI-Agenten zu arbeiten?
Der Lernaufwand ist bei modernen Lösungen bewusst niedrig gehalten. Viele KI-Agenten sind als intuitive Chat-Oberflächen oder Integrationen in bestehende Tools wie Slack, Microsoft Teams oder Asana konzipiert. Die Einarbeitung fokussiert sich weniger auf technische Details, sondern auf das Verständnis der richtigen Befehle (Prompts) und die Definition klarer Verantwortlichkeiten zwischen Mensch und Maschine. Pilotprojekte zeigen, dass sich Teams oft innerhalb weniger Wochen an die neue Arbeitsweise gewöhnen, da der Agent die Komplexität im Hintergrund handhabt.
Sind KI-Agenten eine Bedrohung für Projektmanagement-Jobs?
Nein, sie sind vielmehr eine Entlastung und Qualifizierung. Laut einer Studie des Project Management Institute (2023) verbringen Projektmanager bis zu 30% ihrer Zeit mit administrativen Tätigkeiten. KI-Agenten übernehmen genau diese Aufgaben und ermöglichen es den Fachkräften, sich auf wertschöpfende Tätigkeiten zu konzentrieren: Strategie, Stakeholder-Kommunikation, Risikomanagement und Teamführung. Die Rolle des Projektmanagers verändert sich somit vom Mikromanager zum strategischen Koordinator und Entscheider.
Welche Daten sind für den Betrieb eines KI-Agenten nötig und wie wird die Sicherheit gewährleistet?
Ein KI-Agent benötigt Zugriff auf Projekt-Daten wie Pläne, Fortschrittsmeldungen, Kommunikation und Ressourcenkalender. Seriöse Anbieter setzen auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, nutzen lokale Bereitstellungsmodelle (On-Premise) oder garantieren vertraglich, dass Kundendaten nicht zum Training allgemeiner KI-Modelle verwendet werden. Vor der Einführung ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung entscheidend. Sie sollten klare Zugriffsrichtlinien definieren und prüfen, ob der Anbieter ISO-27001-Zertifizierungen oder Compliance mit DSGVO/GDPR vorweisen kann.
Wie lässt sich der Return on Investment (ROI) eines KI-Agenten messen?
Der ROI misst sich an handfesten Kennzahlen. Dazu zählen die Reduktion von Überstunden durch effizientere Planung, die Verkürzung von Projektzykluszeiten, die Senkung der Kosten durch Vermeidung von Verzögerungen und die Steigerung der Teamzufriedenheit durch weniger administrative Last. Konkret können Sie vor der Einführung Baseline-Metriken erfassen, z.B. Stunden für Reporting oder Häufigkeit von Terminüberschreitungen. Nach dem Einsatz vergleichen Sie diese Werte, um den monetären und qualitativen Mehrwert des KI-Agenten genau zu quantifizieren.



